Schreiben ist für mich der Weg, das Leben zu begreifen in all seinen faszinierenden und verstörenden Facetten. Dabei zeigt sich im Lauf der Jahre ein roter Faden: Die Themen, die mich bewegen, sind Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung. Das Abenteuer des Schreibens begann für mich mit Gedichten, die ich an einem Adria-Strand auf einen Block kritzelte. Nach meinem Start als freie Übersetzerin in London und dem Übertragen mehrerer Bücher ins Deutsche studierte ich Journalismus, um mir das Handwerkszeug anzueignen. Ständig Neues auszuprobieren und zu lernen, gehört für mich dazu. Ebenso, was ich erfahren habe, weiterzugeben.
Wo ich herkomme
Ich kam an einem Oktober-Sonntag in Unterfranken zur Welt. Später habe ich mit meinen Geschwistern die Weinberge und unser Städtchen unsicher gemacht. Im Sommer schwammen wir in der Tauber. Unsere Eltern haben uns vorgelesen. Meine Mutter liest heute noch viel, mit über 80 Jahren. Meine Oma war Bäuerin. Sie hatte immer zu tun mit dem Hof und den fünf Kindern. Ich vermute, sie hätte das nicht geschafft, wenn sie nicht hin und wieder in die Welt der Bücher eingetaucht wäre. Mir hat sie früh Bücher geschenkt, die mich geprägt haben.
Was ich schreibe
Als Journalistin und Autorin schreibe ich über mutige Menschen, die sich für andere einsetzen. Indem wir die Welt durch die Augen eines anderen betrachten, ergibt sich ein Perspektivwechsel, der Erkenntnisse fürs eigene Leben bringen kann. 2019 erschien im bene! Verlag von Droemer Knaur mein erstes Buch: „Siehst du die Grenzen nicht, können sie dich nicht aufhalten. Eine blinde Familie beweist, dass man jedes Hindernis überwinden kann“, ein echtes Herzensprojekt. Ich konnte, was ich über diese Familie erfahren hatte, einfach nicht für mich behalten. Das Buch über Pater Tobias Breer, das wir gemeinsam verfasst haben, „Der Marathon-Pater. 60 000 Kilometer gegen die Armut“ kam 2021 ebenfalls bei bene! heraus.

Warum ich schreibe
Schreiben hilft mir, zu verstehen, was gerade geschieht, und ihm eine Bedeutung zu geben. Ich möchte dazu anzuregen, sein Leben anzupacken, wie schön oder erschreckend es sich auch zeigen mag. Gemeinsam können wir die Welt heller und liebevoller machen. Lasst uns zusammen träumen und unsere Träume leben. Reisen inspiriert mich. In Mumbai, Indien, entstand die Idee für ein Buch, das ich mit meiner Tochter Annika (s. Foto) geschrieben habe und das als Nächstes erscheint. Wer Neuigkeiten mitkriegen möchte, kann sich hier für vierteljährliche Post anmelden.
„Sei die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ Mahatma Gandhi
Lesungen liebe ich, denn dabei können wir Emotionen teilen und Verbindungen knüpfen. „Ihre Sprache ist so bunt und schön, da will man einfach gerne zuhören“, sagen Gäste. „Inspiriert von dir, Mariechen (aus dem Buch ‚Siehst du die Grenzen nicht …‘), Pater Tobias (‚Der Marathon-Pater‘) und natürlich auch von anderen Einflüssen, habe ich mein Leben verändert! Ich habe Mut bekommen, das zu machen, was mich glücklich macht„, schreibt eine Teilnehmerin.
Veranstaltungen mit mir findest du hier.
Wie es begann
Nach dem Übersetzer- und Dolmetscherstudium (Englisch, Spanisch) zog ich 1988 ins multikulturelle Rhein-Main-Gebiet. Seit 1991 lebe ich – mit kurzer Unterbrechung – im Taunus. Zwei Jahre mit der Familie an der Themse nutzte ich 2001 zum Sprung in die Selbständigkeit. Und ich lernte Tai-Chi, Meditation in Bewegung. Das Üben erdet und lässt die Energie fließen. Während der Londoner Zeit studierte ich am Richmond College englische Literatur. Dabei stellte ich mir vor, ich würde gerne Bücher aus dieser Sprache ins Deutsche übersetzen. Wieder zurück in Deutschland bekam ich tatsächlich Aufträge.
Beim Bücherübersetzen merkte ich: Ich will selbst schreiben. Ab 2008 eignete ich mir das Handwerkszeug dafür an. Zuerst durch ein Studium an der Freien Journalistenschule Berlin. Dann beschäftigte ich mich mit Theologie. Für meine Reportage „Die Würde der Wohnsitzlosen“ wurde ich 2011 ausgezeichnet. Im Oktober 2022 erhielt ich den Kulturpreis der Stadt Kelkheim, eine Anerkennung, die mir viel bedeutet.

Wofür ich dankbar bin
Besonders dankbar bin ich für die lange, liebevolle Beziehung zu meinem Mann. Für das wunderbare Miteinander in der Großfamilie. Für Freundinnen und Wegbegleiter. Für Menschen, die ich begleiten darf. Für Spaziergänge, bei denen ich über die Natur staune. Ich feiere die Liebe, die mich hierher eingeladen hat. Mein christlicher Glaube ist das Fundament, auf dem ich stehe, von dem aus ich los- und auf andere zugehen kann.
„Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen.“ (Psalm 23)


